3. STATEMENT

Rafael Márquez Celdrán a.k.a. FAFA

Hall of Fame

Auf der hellblauen Wand wird die Malerei Hall of Fame des Basler Künstlers FAFA gezeigt. Umgeben von der Hip-Hop-Bewegung der 90er-Jahre kam FAFA bereits früh mit Urban Art und Strassenmalerei in Kontakt. Er hat sich bei der Ausführung der klassischen Graffiti-Stile nie richtig wohl gefühlt, so begann er seine Freunde zu malen, während diese mit Graffitiaktionen beschäftigt waren.

Hall of Fame

Die Gemälde von Rafael Márquez Celdrán a.k.a. FAFA sind stets malerisch expressive Einblicke in alltägliche Szenerien. Der mittlerweile in Basel lebende spanische Maler studierte in seiner Heimatstadt Irun an der Facultad de Bellas Artes klassische Malerei und wurde gleichzeitig von der Graffitibewegung der 90er Jahre in ihren Bann gezogen.
In dem grossformatigen Ölbild Hall of Fame zeigt er Graffitiakteure, ohne auf die Sprühaktion an sich oder die Gesichter der legal Sprayenden zu fokussieren. Stattdessen stehen hier die eine Zigarette drehenden Hände des anonymen Protagonisten im Bildvordergrund. Benutzte Sprühdosen, leere herumliegende Flaschen und zusammengeknüllte Plastiktüten zeigen sich als Spuren von Handlungen und formen sich zu urbanen Landschaftselementen. Erst mit feinen Pinselstrichen ausgeführte Schriftzüge und angedeuteten Sprayer im Hintergrund hinterlassen einen konkreten Eindruck der Graffitisubkultur.
FAFA gleicht in seiner Kunst einem in seiner nächsten Umgebung nach Motiven suchenden Fotografen. Durch die auffällig starke Ausschnitthaftigkeit in seinen Bildern fordert er den Betrachter auf, die gemalten Momentaufnahmen imaginär zu erweitern. Wie bei seinem literarischen Vorbild Charles Bukowski erscheinen die Protagonisten nicht als unnahbare Helden; im Gegenteil, die Bilder lassen gerade durch die Nähe des Dargestellten den Eindruck entstehen, als würden wir an der gesehenen Situation teilnehmen. Bei dieser kompromisslosen Verbildlichung der Realität wird bewusst nichts beschönigt oder idealisiert. Hierfür rückt Rafael Márquez Celdrán das beiläufig Wesentliche und das oft als banal Wahrgenommene in den Mittelpunkt: Andere Maler, die sich im künstlerischen Prozess befinden, geselliges Beisammensein unter Freunden oder das oft unbewusste Konsumieren von Medien variieren als Bildmotive in seinen zahlreichen Leinwand- und Fassadengemälden.
Trotz der Alltagsnähe des persönlichen Lebensumfelds gewinnen die Werke an Allgemeingültigkeit, da sich beim Betrachten viel mehr als nur der dokumentierende Charakter abzeichnet. Über die mit Acryl- oder Ölfarbe dargestellten Situationsausschnitte breitet sich eine Atmosphäre aus, die Rafael Márquez Celdrán mit malerischer Poesie erfüllt. Mannigfaltige Schichtungen von Farbe und Öl verleihen dem Gemalten eine besondere Leuchtkraft. Mit gekonntem Einsatz von Licht und Schatten belebt er Stofffalten oder Hautstrukturen mit beinahe fühlbarer Tiefenwirkung. Auch das sonst einfache Grau des Strassenbetons wird hier in unzählige in einander fliessende Farbflächen zersetzt.

 

Ana Vujic
Basel, 2017

Weitere Informationen: facebook.com/fafaworks

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